Digitale Souveränität für den öffentlichen Sektor
Compliance-Vorgaben, Ausschreibungspflichten, gewachsene IT-Landschaften – wir kennen die Rahmenbedingungen. Von der Gemeinde bis zur Landesebene.
Warum der öffentliche Sektor handeln muss
Behörden, Gemeinden und öffentliche Einrichtungen verarbeiten besonders schützenswerte Daten – von Meldedaten über Gesundheitsinformationen bis hin zu sicherheitsrelevanten Dokumenten. Gleichzeitig laufen viele dieser Systeme auf Software und Cloud-Diensten amerikanischer Anbieter. Der US Cloud Act erlaubt amerikanischen Behörden den Zugriff auf diese Daten, unabhängig davon, wo die Server physisch stehen. Für den öffentlichen Sektor ist das ein untragbares Risiko.
Die DSGVO stellt klare Anforderungen an den Schutz personenbezogener Daten. Seit dem Schrems-II-Urteil des EuGH ist die Übermittlung personenbezogener Daten in die USA rechtlich problematisch. Datenschutzbehörden in Deutschland und Österreich haben wiederholt darauf hingewiesen, dass der Einsatz von US-Cloud-Diensten im öffentlichen Sektor kritisch zu bewerten ist. Hinzu kommt die NIS2-Richtlinie, die für Betreiber kritischer Infrastrukturen – darunter auch öffentliche Verwaltungen – strengere Anforderungen an die Cybersicherheit stellt.
Auf politischer Ebene wächst der Druck zur digitalen Souveränität. Die EU-Kommission fördert aktiv den Einsatz von Open-Source-Software in der Verwaltung. Einzelne Bundesländer wie Schleswig-Holstein und Thüringen setzen bereits politische Signale für den Umstieg. In Österreich fordert der Rechnungshof mehr Unabhängigkeit von einzelnen Softwareherstellern. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann und wie der Wechsel vollzogen wird.
Wir unterstützen öffentliche Einrichtungen dabei, diesen Wechsel strukturiert und rechtskonform zu gestalten – ohne den laufenden Betrieb zu gefährden und mit einem klaren Fahrplan für jede Phase der Migration.
Referenzprojekte aus dem öffentlichen Sektor
Diese Beispiele anderer Organisationen zeigen, dass der Umstieg auf Open Source im öffentlichen Sektor funktioniert.
Schleswig-Holstein
Das Land Schleswig-Holstein migriert alle 25.000 Arbeitsplätze auf LibreOffice und plant den vollständigen Umstieg auf Linux.
Französische Gendarmerie
Die französische Gendarmerie hat 70.000 PCs auf Ubuntu Linux migriert – eines der größten Open-Source-Migrationsprojekte in Europa.
Italienisches Militär
Das italienische Verteidigungsministerium hat auf LibreOffice umgestellt und spart jährlich Millionen an Lizenzkosten.
Stadt München
Das LiMux-Projekt zeigte, dass großflächige Linux-Migration in der Stadtverwaltung möglich ist – und lieferte wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Projekte.
Relevante Migrationsszenarien
Microsoft 365 → Open Source
Von Outlook, Word und Teams zu Nextcloud, Collabora und Element. E-Mail, Kalender, Dateien – alles geht auch ohne Microsoft.
Cloud-Repatriierung
Daten von AWS, Azure oder Google Cloud zurück nach Europa holen – zu DSGVO-konformen europäischen Anbietern.
Linux Migration
Für viele Verwaltungsarbeitsplätze ist Linux eine vollwertige Alternative – mit erheblichem Einsparpotenzial bei Lizenzkosten.
Vergabe und Beschaffung
Wir kennen die Rahmenbedingungen öffentlicher Beschaffung. Strategieberatung und kleinere Analyseprojekte liegen in der Regel unterhalb der Schwellenwerte und können als Direktvergabe beauftragt werden – ohne aufwändiges Vergabeverfahren. So können Sie schnell und unkompliziert starten.
Für größere Migrationsprojekte strukturieren wir unsere Angebote so, dass sie mit den Anforderungen formaler Vergabeverfahren kompatibel sind. Unsere Leistungsbeschreibungen orientieren sich an den EVB-IT-Vertragsmustern und können direkt in Ihre Ausschreibungsunterlagen übernommen werden.
Ob Bedarfsanalyse, Machbarkeitsstudie oder vollständige Migrationsbegleitung – wir unterstützen Sie bei der Formulierung der Anforderungen und liefern die notwendigen Unterlagen für Ihre interne Freigabe.
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